vertrauensschüler 12  

Mithilfe von speziell ausgebildeten Schülern will das Warndt-Gymnasium den Problemen„Mobbing“ und „Ausgrenzung“ wirksam entgegenwirken.

 

 

Wer an diesem Donnerstag den Klassenraum 612 im Warndt-Gymnasium betritt, erkennt gleich, dass es sich hier um keine „normale“ Unterrichtsstunde handelt: Schülerinnen und Schüler aus den Klassenstufen 7 bis 10 haben einen Stuhlkreis gebildet und diskutieren angeregt über das Thema „Zuhören“. Doch hier werden keinesfalls Probleme gewälzt oder Missstände in der Klasse besprochen, vielmehr absolvieren die 16 Gymnasiasten gerade die Ausbildung zum „Vertrauensschüler“. Vertrauensschüler zu sein ist in der Tat eine verantwortungsvolle Aufgabe. Schließlich  sollen diese Jungen und Mädchen durch ihre Ausbildung dazu befähigt werden, Konfliktpotential und typische Mobbingsituationen zu erkennen und damit aktiv an der Gewaltprävention mitzuwirken.

Dabei sind die Vertrauensschüler aber keinesfalls Hilfslehrer oder Therapeuten. Vielmehr können sie anderen Schülern ihre Hilfe anbieten, indem sie diese beispielsweise zu Gesprächen mit Lehrern und Schoolworkern begleiten oder ihnen in Problemsituationen einfach nur zuhören. Wichtig ist jedoch, dass die Ausbildung zum Vertrauensschüler die Gymnasiasten nicht zu einem konkreten Engagement verpflichtet. Die Schüler dürfen und können ihre Aufgaben als Vertrauensschüler wahrnehmen, müssen dies nach der Ausbildung aber nicht tun. „Die aktiven Vertrauensschüler werden jedoch später ein ganz wichtige Funktion im Schulleben haben, denn sie stellen das Bindeglied zwischen den Vertrauenslehrern und den Schülern dar“, fasst Studienrat Thomas Paulus den Sinn des Projektes noch einmal knapp zusammen. Der 34-jährige Lehrer ist selbst Vertrauenslehrer am Warndt-Gymnasium betreut die dreitägige Schülerfortbildung gemeinsam mit seiner Kollegin Ursula Schätzle. Als besondere Referentin konnte Anne Feichtner vom Saarbrücker Landesinstitut für Pädagogik und Medien gewonnen werden. An allen drei Tagen kam die qualifizierte Fortbildnerin nach Geislautern und vermittelte den Warndt-Gymnasiasten wichtige Kommunikations- und Gesprächsstrategien, spielte mit den Jugendlichen verschiedenen Konfliktsituationen nach oder besprach grundlegende Methoden zur Lösung zwischenmenschlicher Probleme.

Die ausgebildete Diplom-Pädagogin und Lehrerin Feichtner zieht dabei  eine sehr positive Bilanz der Veranstaltung: „Die Schüler sind sehr engagiert und motiviert, das ist wirklich die Crème de la Crème.“ Und den Schülern hat es ebenso gut gefallen. „Die Veranstaltung war wirklich sehr interessant, weil man lernt, wie man richtig mit Menschen umgeht“, erklärt Dominik Schwartz aus der Klasse 10n2 mit einem freundlichen Lächeln. Im Hinblick auf das Konfliktmanagement am Warndt-Gymnasium stellt das Projekt einen nun weiteren wichtigen Baustein dar: „Die Vertrauensschüler sind durch ihre präventive Arbeit eine ideale Ergänzung zu den Schülermediatoren, die sich um bereits entbrannte Konflikte kümmern“, erklärt Studienrätin Ursula Schätzle abschließend und lobt die Schüler nochmals für ihr tolles Engagement. Diesem Lob schließt sich die Schulleiterin des Warndt-Gymnasiums, Barbara Klein-Braun, an und ergänzt: „Auch mir liegt dieses Projekt sehr am Herzen!“ So bedankt sich die Schulgemeinschaft nochmals bei Anne Feichtner vom LPM Saarbrücken für ihre kompetente Unterstützung und wünscht den Jugendlichen viel Erfolg bei ihrem künftigen Einsatz als Vertrauensschüler.

 
 

Folgende Schüler haben die Ausbildung zum Vertrauensschüler erfolgreich absolviert:

 
Nina Becker (9n2), Jeanne Berg (9s), Nicole Fialkowski (10n1), Florian Friemond (8s2), Kathrin Hauswirth (10n1), Rabea Hoffmann (8s2), Janis Kiel (10n1), Tobias Klesius (10s), Nis Martel (9s), Sandra Schick (10n1), Dominik Schwartz (10n2), Nils Sitar (9n2), Lina Vorbrugg (7.2), Maren Wölflinger (7.1), Juliane Zapp (10s), Chantal Zimmer (9sn)