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  Der Literat und Musiker Christoph Kujawa präsentierte den Schülern selbst komponierte Vertonungen romantischer Lyrik und brachte ihnen somit eine bekannte literarische Epoche auf anschauliche Art und Weise näher.   

„Ich komme zu euch als Musiker und als Poet!“ Mit diesen Worten beginnt Christoph Kujawa seinen Auftritt am Geislauterner Gymnasium und zieht die anwesenden Elftklässler durch seine freundliche Art sofort in seinen Bann. Dabei mutet das anstehende Programm so manchem Schüler auf den ersten Blick vielleicht etwas trocken an, denn der aus Bayern stammende Literat präsentiert den Pennälern an diesem Tag die Lyrik und Poesie der Romantik. Doch schon nach dem ersten Gedicht ist klar, dass im Kombi-Saal keine Rezitation von verstaubten Texten stattfindet. „Heute mache ich das, was mir am Herzen liegt“, erklärt der studierte Historiker und Philosoph, der nach langen Jahren in der Softwarebranche nun wieder zu seinen emotionalen und intellektuellen Ursprüngen zurückgekehrt ist.

Und dieses Vergnügen an der Literatur spürt der Zuschauer sofort, denn Kujawa begnügt sich keineswegs mit dem bloßen Lesen von poetischen Texten. Vielmehr möchte der Liedermacher mit seinen mal jazzigen, mal folkigen Vertonungen den alten Texten einen neuen Klang verleihen, damit die Schüler „den einen oder anderen Gedanken über die Schulzeit hinaus gebrauchen können“, wie der Künstler selbst sagt. Zu diesem Zweck nimmt sich der moderne Barde vor allem der programmatischen und stilbildenden Gedichte der Romantik, wie beispielsweise Eichdendorffs „Mondnacht“ oder Novalis „Wünschelrute“, an und versieht diese mit einer eingängigen selbstkomponierten Melodie. Sich selbst auf der Gitarre begleitend, singt Kujawa die Texte und verleiht ihnen durch diese musikalische und gesangliche Bearbeitung einen durchaus modernen und individuellen Stempel. Dass bei dieser musikalisch-leichten Darbietung jedoch Anspruch und Niveau keinesfalls auf der Strecke bleiben, beweisen die interessanten und informativen Ausführungen des Literaten zu den politischen, philosophischen und historischen Hintergründen der Romantik. So thematisiert er in verständlicher und griffiger Weise philosophische Schriften von Schelling und Schlegel oder veranschaulicht bisweilen grundlegende Gedanken und Gefühle der Epoche durch einen bekannten Reggae-Song von  Bob Marley.

Bei den Schülern kam der bunte Reigen aus Poesie, Musik und Deutschunterricht auf jeden Fall an: „Mir hat vor allem die lockere und ungezwungene Art von Christoph Kujawa gefallen, da macht das Thema Gedichte gleich viel mehr Spaß“, resümiert eine Schüler am Ende der Veranstaltung. Dieser Aussage schließt sich die Schulgemeinschaft des Warndt-Gymnasiums an und freut sich schon auf weitere literarische Begegnungen mit Christoph Kujawa.