Das Konzert der Gymnasien ging auch in diesem Jahr in eine neue Runde. Auf dem Programm
stand ein gemeinsames deutsch-französisches Gedenken
an den Ausbruch des Ersten Weltkrieges unter dem Titel L’heure exquise –
1914 – Im Walzertakt, bei dem zeittypische Musik mit modernen Musical- und Rockelementen
verbunden wurde.
Hier eine musikalische Kostprobe (komponiert von Chr. Bur).

Am Mittwoch, dem 19. März 2014, fand im Arsenal in Metz eine bewegende Aufführung
mit über 1000 Zuschauern statt.
Das Arsenal war ausverkauft!

Weitere Aufführungen fanden

am Donnerstag, dem 27. März 2014 um 19:30 Uhr in der Gebläsehalle in Völklingen
am Samstag, dem 29. März im CAC um 20.00 Uhr in Forbach statt und waren ebenfalls restlos ausverkauft.

DVD Bestellungen vom Konzert in Metz an folgende E-Mail-Adresse: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

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Bericht

Historisch – ohne Zweifel beschreibt dieses Adjektiv am zutreffendsten das Konzert der Gymnasien im Jahr 2014. So präsentieren die rund 250 deutschen und französischen Schüler nun schon zum zehnten Mal eine grenzüberschreitende musikalische Co-Produktion – und bislang war jedes Projekt ein voller Erfolg. Zudem fällt die 10. Auflage des „Concert des lycées“ mit dem 50-jährigen Jubiläum der Städtepartnerschaft zwischen Völklingen und Forbach zusammen – ein weiterer Grund zum Feiern. Zum hundertsten Mal jährt sich schließlich in diesem Jahr der Ausbruch des 1. Weltkrieges: „Dieser traurige Geburtstag sollte für die jungen Menschen dies- und jenseits der Grenze einen Anlass darstellen, über die Entwicklung der deutsch-französischen Beziehungen nachzudenken und gemeinsam der Grauen des Kriegs zu gedenken“, erklärt Musiklehrer und Konzertorganisator Christian Bur die Zielrichtung des Konzerts der Gymnasien anno 2014.

Aus diesem Grund wagten sich die musizierenden Schüler, Lehrer und Eltern des Warndt-Gymnasiums - gemeinsam mit den befreundeten Gymnasien aus Forbach und Metz – an die Aufarbeitung dieses dunklen Kapitels der deutsch–französischen Geschichte heran. Inszeniert wurde das Werk „L’heure exquise – 1914 – Im Walzertakt“, das in erster Linie Ausschnitte aus der Operette „Die lustige Witwe“ von Franz Lehár verarbeitet, jedoch die Operetten-Passagen ebenso mit musicaltypischen Elementen sowie Dialogen und Tänzen verbindet. Um diese eindrucksvolle Musik rankte sich die bewegende Geschichte zweier Freunde aus der Grenzregion, die durch den Ausbruch des Ersten Weltkriegs zu Feinden wurden. Beeindruckend und musikalische exzellent waren alle drei Aufführungen.

So führten eine deutsche und eine französische Schülerin als Kommentatorinnen durch die Handlung und erzählten die Geschichte ihr Urgroßväter, die 1914 in den Krieg zogen. Im Konzert selbst wechselten die deutsch-französischen Dialoge mit wuchtigen Chor- und Orchesterpartien, die durch originelle Ballett- und Tanzszenen untermalt und illustriert wurden. Auch fehlte es dieser modernen Operette nicht an bewegenden Momenten: So rührte die Abschiedsszene, während derer die 18-jährigen Soldaten in den Krieg ziehen, nicht wenige Zuschauer zu Tränen. Meisterlich gestalteten die Rockmusiker der Schüler-Combo die deutsch-französische Schlacht von Morhange, indem sie das Kriegsgeschehen mit düsteren Stakkato-Tönen aus der E-Gitarre versinnbildlichten.

Schauspielerisch stach letztlich Lehrer Nils Hollendieck vom Warndt-Gymnasium in der Rolle des Opernsängers Raimundi hervor, da er seine Rolle in authentischer Weise verkörperte und gesanglich ohne Probleme mit der professionellen Sopranistin Sabine Revault d´Alonnes mithalten konnte. Dass der kreative Funke auf das Publikum übergesprungen war, zeigte dann der Schluss des Konzerts: Deutsche und Franzosen sangen gemeinsam das leitmotivische Lied „Lippen schweigen“ und machten damit klar, dass nach dem Schrecken des Kriegs ein hoffnungsvoller Neuanfang steht. Aus der „Der lustigen Witwe“ wurde somit ein modernes Gesamtkunstwerk, das seinesgleichen sucht.

Entsprechend zufrieden zeigten sich sowohl der musikalische Leiter Daniel Colombat aus Metz als auch Dr. Jessica Riemer und Christian Bur, die als Musiklehrer am Warndt-Gymnasium die Konzertproben organisierten und leiteten. Chef-Dramaturg Nils Hollendieck lobte schließlich die Arbeit aller Beteiligten: „Musiker, Sänger und Tänzer haben diese große musikalische und künstlerische Herausforderung auf hervorragende Weise gemeistert!“ Diesen Worten schließt sich die Schulgemeinschaft des Warndt-Gymnasiums an und hofft auf viele weitere deutsch-französische Konzertproduktionen.