Herr Klein von amnesty international informiert am WG über Verstöße gegen die Menschrechte.

Jedes Jahr wird von Amnesty International ein Briefmarathon veranstaltet. Was ist Amnesty International überhaupt?

Es ist eine Hilfsorganisation, die sich weltweit für Menschenrechte einsetzt und das ohne die Hilfe des Staates. Amnesty International ist eine sogenannte Non-Profit-Organisation, sie ist also nicht gewinnorientiert und alle Mitglieder, bis auf wenige Ausnahmen, arbeiten dort ehrenamtlich. Zudem investieren sie alle erhaltenen Spenden in die Hilfe, wie z.B. den Briefmarathon.

Vor dem Briefmarathon, welcher am 18.12.2019 in der 6.Stunde stattfand, hatten wir vorab mit Herrn Klein, der sich erneut für das Warndt-Gymnasium zur Verfügung stellte, Zeit, um ein kleines Interview durchzuführen.

Er berichtete auch, dass sich der Hauptsitz von Amnesty International in London befindet und der deutsche Hauptsitz in Berlin. Er selbst kam 1972 zu amnesty, als er einen Infostand über die Hilfsorganisation, die nur 11 Jahre davor gegründet worden war, entdeckte. Seit 1975 ist er Mitglied. Die Hilfsorganisation ist meist in Städten aktiver als in den ländlichen Regionen. Sie werden manchmal als politisch linksstehend angesehen, sind aber tatsächlich komplett überparteilich.

Beim Briefmarathon können vorgefertigte Briefe zu 10 verschiedenen Fällen ausgefüllt werden. In den Fällen geht es um Personen, die in anderen Ländern zu Unrecht verurteilt wurden oder sich offen gegen die Politik des Staates wenden. Die Briefe werden dann meist an die Regierungen der entsprechenden Länder geschickt, um dem Urteil entgegenzuwirken, Haftbedingungen zu verbessern oder den Menschen Schutz vor Verfolgungen zu bieten. Manchmal bieten die Briefe aber auch schlicht Trost, wenn den Gefangenen klar wird, dass sie nicht vergessen sind.

Das Motto zur Aktion lautet: MUT BRAUCHT SCHUTZ! Frei kommen die Menschen meist leider nicht, aber durch die plötzliche Bekanntheit verbessern sich häufig die Haftbedingungen und in manchen Fällen wird das Urteil auch verringert. Manchmal wird auch einfach bereits durch die Bekanntheit und Öffentlichkeit Schutz gegeben, damit ein plötzliches Verschwinden erst gar nicht möglich wird. Am Briefmarathon selbst hat Herr Klein drei Fälle vorgestellt.

  1. Yasaman Aryani und ihre Mutter, die in einer U-Bahn Blumen verteilten und damit gegen den Kopftuchzwang im Iran protestierten. Sie wurde dafür zu 16 Jahren Gefängnis verurteilt. (Iran)
  2. Marinel Sumook Ubaldo setzt sich für den Klimaschutz ein, seit ein verheerender Taifun ihr Dorf Matarinao zerstörte. Die junge Aktivistin fordert ein Umdenken auf den Philippinen, aber auch weltweit. (Philippinen)
  3. Sarah Mardini und Seán retteten ein Flüchtlingsboot vor der Küste der griechischen Insel Lesbos. Statt für diese heldenhafte Aktion Anerkennung zu erhalten, drohen ihnen bis zu 25 Jahre Haft. (Griechenland)

Die Schüler der 9. Klasse hatten im Anschluss die Chance, vorgefertigte Briefe zu unterschreiben, um diese Aktivisten zu unterstützen. Natürlich war ihnen freigestellt, ob sie nun einen, zwei oder alle drei Briefe unterschreiben. Das Unterschreiben bedarf der vorherigen Zustimmung der Eltern, aber nahezu jeder berechtigte Teilnehmer nahm das Angebot an und unterschrieb dann schließlich alle drei Briefe. Obwohl nur knapp die Hälfte der Schüler teilnehmen durfte, kam eine beachtliche Menge an Briefen zusammen, die von Herrn Klein mitgenommen und verschickt wurden.

Wie in den letzten Jahren auch stellt der Briefmarathon eine Möglichkeit dar, den Tag der Menschenrechte ins Bewusstsein zu rufen, der am 10.12. begangen wird, um uns an die Bedeutung der Menschenrechte zu erinnern, aber auch daran, dass es auch über 70 Jahre nach der Deklaration der Menschenrechte im Jahre 1948 leider immer noch viele Verstöße gegen sie gibt.

Wir als UNESCO-Projektschule beteiligen uns gerne an einer solchen Aktion, da Menschen unterstützt werden sollten, die unter Verstößen gegen die Menschenrechte leiden. Unser Einsatz erfordert deutlich weniger Mut, da wir keine Konsequenzen für uns fürchten müssen und unser Einsatz für die Menschenrechte ist wichtig.

Organisiert wurde der Briefmarathon von dem Ethik Kurs der Klassenstufe 9.