Kindheit im 2 WK 18   Die Trägerin des Saarländischen Verdienstordens, Doris Deutsch, gab den Schülerinnen und Schülern der Klassenstufe 9 einen unmittelbaren Einblick in ihre Kindheit und Jugend während des Zweiten Weltkrieges.

Bombardements, Trümmerfelder und Zerstörung – diese Bilder kennen viele Jugendliche ohne Zweifel aus dem Fernsehen, wenn es dort um das Bürgerkriegsland Syrien geht. Doch dass es Deutschland vor mehr als 75 Jahren ähnlich aussah, können sich die meisten von ihnen nur schwer vorstellen.

Doris Deutsch, die Witwe des Holocaust-Überlebenden Alex Deutsch, besucht deshalb saarländische Schulen, hält spannende sowie authentische Vorträge und kommt dann mit ihrem Publikum ins Gespräch: Sie möchte den Schülerinnen und Schülern in eindringlicher Weise aufzeigen, wie schwer und entbehrungsreich die Kindheit und Jugend in einem Kriegsgebiet sein kann.

Die inzwischen 81-jährige Pensionärin spannte dabei einen weiten Bogen vom heimlichen Hören des englischen Radios über die Lebensmittelrationierungen bis hin zu den Schrecken der alliierten Flächenbombardements. Gebannt, bewegt und beeindruckt zugleich hörten die Schüler den Ausführungen  zu und hatten im Anschluss natürlich viele Fragen, die bereits während der intensiven Vorbereitungen im Geschichtsunterricht zur Sprache kamen. Geduldig ging Doris Deutsch in der abschließenden Diskussion auf alle Beiträge und Fragen ein, sodass sich ein reger Austausch zwischen ihr und den Warndtgymnasiasten entwickelte.

Flankiert wurde dieser Erlebnisbericht  durch eine informative Ausstellung, die der Volksbund deutscher Kriegsgräberfürsorge organisiert und zusammengestellt hat. Auf markanten Info-Tafeln konnten die Schülerinnen und Schüler aus Geislautern hier Biographien und Schicksale von Saarländern nachzuvollziehen, deren Väter als Frontsoldaten im Zweiten Weltkrieg ums Leben gekommen waren.

Die betreuenden Lehrkräfte der Schule, Petra Lerch-Klein und Philipp Sammel, ziehen eine sehr positive Bilanz der Veranstaltung: „Unser Ziel war es, den Schülern in ganz praktischer Weise nahe zu bringen, wie wichtig es auch in der Zukunft ist, den Frieden zu sichern und Freiheit und Demokratie zu bewahren.“

Die Schulgemeinschaft des Warndt-Gymnasiums dankt Doris Deutsch sowie dem Volksbund deutscher Kriegsgräberfürsorge für den Besuch sowie die Vorbereitung der Ausstellung und hofft, sie bald wieder als Gäste empfangen zu dürfen.