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Auf dem Programm des diesjährigen  „Konzertes der Gymnasien – Concert des Lycées" stand die Welt-Uraufführung von Peau d’Âne – Eselshaut (Text: Nils Hollendieck, Musik: Pierre Thibout und Christian Bur).
Die Premiere fand am Freitag, dem 16. März 2018, um 20.00 Uhr in der Gebläsehalle des Weltkulturerbes Völklinger Hütte statt.
Weitere Konzerttermine waren:
Metz:   Dienstag, 20. März 2018, 20.00 Uhr im „Arsenal“
Forbach:  Freitag, 23. März 2018, 20.00 Uhr im „CAC“
Wir möchten allen Freunde der Musik herzlich für ihren Besuch des Konzerts danken!
Eine musikalische Kostprobe: hier klicken.
Einen Vorbericht des SR finden Sie hier. 

Bericht

Konzert der Gymnasien: Die Erfolgsgeschichte geht weiter!

In diesem Jahr inszenierten das Völklinger Warndt-Gymnasium sowie die französischen Partnerschulen eine Originalbearbeitung des Märchens „Peau d’âne“ von Charles Perrault und thematisierten dabei die zeitlosen wie aktuellen Themen Liebe, Gewalt und Verzweiflung.

„Das Konzert der Gymnasien ist etwas ganz Besonderes und heute werden die zahlreichen Musikerinnen und Musiker zudem eine echte Welturaufführung präsentieren!“ Mit diesen Worten eröffnete der saarländische Europa-Politiker Roland Theis das „Concert des Lycées “ und beschrieb damit treffend, was das deutsch-französische Musikprojekt schon seit vielen Jahren – und vor allem im Jahr 2018 -  ausmacht.

Denn auf dem Programm des „Konzertes der Gymnasien – Concert des Lycées" stand diesmal eine schöpferische Eigenkreation: Bei der Bühnenversion von „Peau d’âne“ stammt der Text des modernen Musikmärchens aus der Feder von Nils Hollendieck. Der 24-jährige Musiker Pierre Thibout – vor wenigen Jahren noch selbst als Schüler im Chor des „Konzertes der Gymnasien“ aktiv – hat eine ergreifende, facettenreiche Musik für den Stoff gefunden, die durch Kompositionen von Musiklehrer Christan Bur abgerundet werden.

Die Handlung entführt uns in diesem Jahr in die dunkle Seite der menschlichen Existenz: „Peau d’Âne“ heißt bei den Gebrüdern Grimm „Allerleirauh“ und ist ein geheimnisvolles Märchen, das Verlangen bis zum Inzest, aber auch Verweigerung und Flucht in Szene setzt. So flieht die gleichnamige Prinzessin mit der Eselshaut vor den Nachstellungen des königlichen Vaters in den Wald, wo sie zumindest eine Zeit lang weitab von der Etikette des Hofes und Zwängen des Schönheitsideals ein selbstbestimmtes Leben führen kann. Doch schon bald erscheint ein junger Prinz und stellt die nahezu perfekte Idylle in Frage.

Besonders die emotionale Komponente dieser Handlung brachten die Musiker und Sänger des Concert des Lycées in facettenreicher Weise auf die Bühne. Studienrat Nils Hollendieck alias „der schwarze König“ beeindruckte in seinen melodramatisch-flammenden Arien und wurde tatkräftig von den zahlreichen Instrumentalisten des Orchesters unterstützt. Die Rockmusiker der Schüler-Combo, die verschiedenen Tänzerinnen und eine Cajon-Gruppe untermalten viele Szenen in meisterlicher Weise und zogen so die Zuschauer in den Bann dieses musikalischen Märchenwaldes. Auch der Chor, der im Hintergrund der Bühne die Vokalpartien ausdrucksstark sang, verlieh den zentralen Momenten der Oper einen kongenialen musikalischen Ausdruck.

Doch es durfte natürlich auch eine gewisse Leichtigkeit nicht fehlen: Deshalb lockerten kurzweilige Musikstücke wie ein fetziger „Country-Yoddle“ oder lustige Personen wie die allseits bekannten „Sieben Zwerge“ die Handlung auf und brachten das Publikum zum Schmunzeln, Lachen und Mitklatschen. Letztlich gab es auch ein versöhnliches Ende, sodass sich der „schwarze König“ im Finale mit seiner verstorbenen Ehefrau im Himmel vereinen konnte.

Aus „Peau d‘âne“ wurde auf diese Weise ein modernes und vor allem facettenreiches Gesamtkunstwerk, das seinesgleichen sucht. Entsprechend zufrieden zeigten sich sowohl der musikalische Leiter Emmanuel Tromboswsky aus Metz als Christian Bur, der als Musiklehrer am Warndt-Gymnasium die Konzertproben organisiert und leitet. Chef-Dramaturg Nils Hollendieck war mit der geleisteten Arbeit überaus zufrieden: „Mit der Bearbeitung dieser Oper wollten wir die dunklen Seiten des Menschseins verarbeiten und auf der Bühne darstellen!“ Betrachtet man den frenetischen Applaus am Ende der Vorstellung, so kann man eines feststellen: Das ist den Musikern des „Concert des Lycées“ erneut gelungen!